Juan Gómez

Juan und Elena wohnen vor den Toren des Naturpark Grazaleman in einem abgelegenen Haus mit ihren beiden Kindern. Das Haus liegt ydillisch zwischen Sonnenblumenfeldern und Olivenhainen. Der nächste Nachbar befindet sich gute 20 Minuten Fussmarsch entfernt. Solarzellen blitzen hinter dem Haus hervor, während Hunde, Katzen, Hühner und sogar Ziegen um uns herum rennen. „Wir pflanzen jedes Jahr mehr Bäume, Sträucher und Wildpflanzen und planen ein Gewächshaus sowie einen grossen Gemüsegarten anzulegen.“ sagt uns Elena. Vieler ihrer Ideen ähneln den Prinzipien der Permakultur, obwohl ihr dieser Begriff nicht geläufig ist. Für sie ist es einfach eine Art mit der Natur zu arbeiten, anstatt gegen sie.

Juan ist Imker und Elena Lehrerin. Aber das war nicht immer so. Juan hatte eigentlich mal das Maurern gelernt und führte seinen eigenen Betrieb. Die beiden wohnten in einem großen Haus im Ort Prado del Rey, beim Naturpark Grazalema. Doch dann kam die Wirtschaftskrise 2008 und die Baubranche brach zusammen. Die Hypothek für das Haus konnte kaum mehr bezahlt werden und die beiden mussten viele Kilometer fahren um überhaupt arbeiten zu können. Juan fing an für andere Imker zu arbeiten, schleppte Bienenkisten und volle Honigwaben. Er lernte viel über das Imkern und die Bienen, und fand durch sie zurück zur Natur.

 

Ein paar Jahre später hatte Juan viele Erfahrungen gesammelt, den Umgang mit den Bienen erlernt und angefangen seine eigenen Völker zu halten. Seine Frau unterstützte ihn, denn ihr Großvater war nicht nur selbst Imker, sondern ein bedeutender Mann, welche die Imkerei unter den Menschen im Ort beliebt gemacht hat. Heutzutage ist die Imkerei in Prado del Rey ein wichtiger Wirtschaftszweig, und wird sogar bei Wikipedia erwähnt. Stolz erzahlt uns Elena, dass alle Imker im Ort von ihrem Großvater gelernt, bzw. durch ihn zur Imkerei gekommen sind.

Juan bestitzt 600 Völker, was sich vielleicht nach viel anhört, aber für einen Berufsimker eher am unteren Limit liegt. Die Völker sind auf verschiedene Standorte um den Naturpark Grazalema verteilt. Hier gibt es nur wenig Landwirtschaft und die Landschaft ist geprägt durch die vielen Wildpflanzen und das gezwitscher der Vögel. So vielfältig wie die Flora, ist auch der Honig. Dunkler, kräftiger Waldhonig, von Erdbeerbäumen und Steineichen, oder heller und sehr süsslicher Honig von Wildkräutern wie Thymian, Rosmarin und Ginster.

Noch ist bei den beiden viel im Aufbau. Was für sie jedoch klar ist, dass sie mit der Imkerei und dem Lehrerinnen Job sich und ihren Kindern ein erfüllendes Leben finanzieren und auf ihrem Land so weit es geht autark und selbstversorgend leben wollen. Sie hoffen einen kleinen Hofladen aufbauen zu können und laden gern jeden Interessierten ein, sich ihre Installationen anzuschauen und sich von ihrer Lebensphilosophie verzaubern zu lassen.

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